Paris, France

Alexandre, seine Katze und sein Schatz

Meet Alexandre. For the past four years, Alexandre has been homeless on the streets of Paris. For a while, he found safety and security in a social housing estate, but after the building was sold, he had nowhere else to turn.

Photography & storytelling: Tony Dočekal
18-03-2021
Est. 4 minutes

Während wir für die Sheltersuit x Chloe Kollaboration in Paris designten, gingen wir gleichzeitig auf die Straße, um die Bedürfnisse dieser Stadt zu lernen und zu verstehen. Bevor die Stadt des Lichts die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid in vollem Umfang zu spüren bekam, gab es mehr als 3500 Obdachlose, die auf ihren Straßen Zuflucht suchten.* Ihre Zelte und behelfsmäßigen Betten wurden von den Passanten weitgehend ignoriert.

Man geht davon aus, dass die Zahl der Obdachlosen in Frankreich auf etwa 300.000 angestiegen ist – doppelt so viele wie 2012 – und mit der Covid-19-Wirtschaftskrise nur noch weiter ansteigen wird. Ein erneuter Anstieg der Zahlen wird für den 1. April 2021 befürchtet, der den offiziellen Beginn der Frühjahrsräumungen markiert. Das französische Gesetz verbietet es Vermietern, Mieter während der Wintermonate zu zwangsräumen.

*(Financial Times, 2020)

Unsheltered Moments Paris
Alexandre

Triff Alexandre. In den letzten vier Jahren war Alexandre obdachlos auf den Straßen von Paris. Eine Zeit lang fand er Sicherheit und Geborgenheit in einer Sozialwohnungssiedlung, aber nachdem das Gebäude verkauft wurde, konnte er sich nirgendwo mehr hinwenden.

Vor vielen Jahren war Alexandre ein Seemann, der um die Welt gereist ist.

„Ich mochte New York und London nicht besonders… Rotterdam, ich habe es geliebt! Aber, Paris ist mein Zuhause, hier ist mein Herz.“

„Ich würde alles was ich besitze für ein Zimmer geben, aber bitte lass mir meine Katze.“

– Alexandre
Blanche

Lerne Blanche kennen, Alexandres größte Liebe. Tagsüber hockt Blanche auf Alexandres Schulter, um die Stadt zu überblicken und nachts kuschelt sie sich an seinen Bauch.

„Ich bin kein großer Schläfer, früher habe ich vielleicht 2 Stunden geschlafen. Aber jetzt, mit Corona, ist Paris in der Nacht menschenleer. Ich spiele noch eine Weile mit meiner Katze und dann schlafen wir bis 9 Uhr morgens.“

Alexandre gibt sich große Mühe, um für sich und Blanche einen Unterschlupf für die Nacht zu schaffen.
Am späten Abend sammelt er etwa sieben Mülltonnen von den Straßenrändern ein und schafft zusammen mit Pappe, Zäunen, Decken und einem alten Koffer als Matratze einen temporären und innovativen Ort der Sicherheit.

„Um 8 Uhr, jeden Abend, komme ich hierher zurück. Ich lege den Karton auf den Boden. Danach mein Gepäck, die Katze, die Container. Nachdem ich das getan habe, ist das mein Zimmer. Das ist mein Platz.“

– Alexandre
An Alexandres altem Schlafplatz werden Flutlichter installiert.

Vor nicht allzu langer Zeit schlief Alexandre neben seinem Auto, aber die Firma, der das benachbarte Gebäude gehörte, stellte einen Wachmann ein, der davon abhielt, irgendeine Form von temporärer Übernachtungsmöglichkeit zu errichten.

Während er von seinem Leben als obdachloser Pariser erfuhr, kam ein Techniker und installierte helle Sicherheitsscheinwerfer als zusätzliche Maßnahme, um jeden Obdachlosen zu verjagen, der in der Nähe ihres Grundstücks Schutz suchen könnte.

Blanche versteckt sich vor dem Regen in ihrem Auto.

Sorgfältig verstaut, teilte Alexandre einen seiner wertvollsten Besitztümer mit uns, einen wunderschönen Klimt.

Emotional aufwühlend, diese Gegenüberstellung – die delikate Symbolik von Klimts „Der Kuss“ und ein unbehauster Pariser, dessen Reichtum in der Wertschätzung guter Kunst und einer Katze namens Blanche liegt.

„Jemand hat mir gesagt, dass dieses Bild Millionen wert ist… ist das nicht etwas? Ich bin obdachlos, aber ich bewahre es hier in der Nähe auf.“

Alexandre und sein Klimt
Alexandre und Shasho

Als Gemeinschaft können wir weiterhin lokalen Unternehmern und humanitären Helfern die nötigen Werkzeuge an die Hand geben, um sie zu befähigen, den Sheltersuit-Effekt und unsere gemeinsame globale Mission zu multiplizieren, dass jeder Mensch, egal woher er kommt, das Recht auf Schutz hat.

Wir sind und werden immer Menschen sein, die Menschen helfen.

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Über dieses Projekt

Für dieses fortlaufende Projekt beschäftigen wir uns mit unbehausten Gemeinschaften in verschiedenen Städten. Der intime Dokumentarfilm spiegelt das Auseinanderbrechen der Gesellschaft wider und legt das gleiche Maß an Stärke und Verletzlichkeit jedes seiner Charaktere offen.

Indem wir diese rohen Momente in einem neuen Licht festhalten, fordern wir die Mainstream-Darstellung einer wachsenden, vergessenen Gruppe heraus. Es erinnert uns daran, dass Menschen, die Obdachlosigkeit erleben, weder etikettiert noch missachtet werden sollten. Jeder hat eine Geschichte zu erzählen.